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Im Galopp gegen Depression

In der Reittherapie macht Saskia große Fortschritte. Ihr Ziel ist es, bald schon freihändig auf dem Pferderücken stehen zu können. (Quelle: UKM)

Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Münster (UKM) profitieren für ein Jahr von ihren „tierischen Erlebnissen“ während ihrer Reittherapie. Herzenswünsche e.V. übernimmt die Kosten der Therapie, die von den Krankenkassen leider nicht getragen werden.

Große glänzende Augen und ein strahlendes Lächeln – Saskia, Patientin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM, ist sichtlich begeistert, als sie an ihre ersten Erfahrungen auf dem Rücken eines Pferdes zurückdenkt. Seit Ende August bietet die Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKM wöchentlich für vier Jugendliche der geschützten Station für Akut- und Intensivbehandlung eine Stunde Reittherapie an - von dieser Auszeit aus dem Klinikalltag durfte auch die 15-Jährige profitieren. „Unsere Reittherapeutin hat mich in der letzten Woche als Naturtalent bezeichnet“, erzählt Saskia stolz. „Wenn ich mit dem Pferd durch den Wind reite, fühle ich mich frei. Das ist, als wäre ich gar nicht mehr ich selber. Da vergisst man für einen Moment alle Sorgen.“

„Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd“ nennt sich die Therapie in der Fachsprache und verspricht vor allem für Kinder mit traumatischen Erlebnissen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen eine sinnvolle Ergänzung zum Gesamtbehandlungsplan. Begleitet durch Personal des Pflege- und Erziehungsdienstes und unter der Leitung einer ausgebildeten Reittherapeutin können die Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren während der Tiertherapie über sich hinauswachsen und - wie es bei Saskia war - eine neue Leidenschaft entdecken. Mit Mut, Abenteuerlust und ohne Scheu vor tierischem Körperkontakt sammeln sie hier erste Reiterfahrungen, machen Vertrauensübungen und wer möchte, darf sogar auf dem Pferderücken turnen. „Der Umgang mit den Pferden ist für die Jugendlichen oftmals sehr stabilisierend. Sie tanken Selbstbewusstsein und neue Hoffnung, das hilft gerade bei unseren schwer kranken Patienten enorm bei der Behandlung“, weiß Judith-Maria Fernholz, Oberärztin der geschützten Station.

Sophie Menger

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